Zwei Filmvorstellungen mit anschließendem Gespräch über die Situation der Vertragsarbeiter:innen nach dem Zusammenbruch der DDR. 1989 lebten über 90.000 Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter aus anderen sozialistischen Staaten in der DDR. Rund zwei Drittel davon kamen aus Vietnam. Die Dokumentation „Wir bleiben hier“ (1990) aus dem Fundus der DEFA schildert die Situation ehemaliger Vertragsarbeiter:innen aus Vietnam nach dem Zusammenbruch der DDR. Auf die Freude über den politischen Wandel und die Wiedervereinigung folgen Erfahrungen mit wachsendem Rassismus und die Angst, nach Vietnam abgeschoben zu werden. Auch Angelika Nguyens dokumentarischer Kurzfilm „Bruderland ist abgebrannt“ (1991) über die rechtliche und soziale Unsicherheit ist ein wichtiges zeithistorisches Dokument. Die Verträge, die die Arbeits- und Lebensgrundlagen definierten, verloren mit dem Mauerfall ihre Gültigkeit. Die ehemaligen Vertragsarbeiter:innen verloren ihre Stellen, die Wohnheime kündigten ihre Zimmer. Von Solidarität und Brüderlichkeit, schon zu DDR-Zeiten meist leere Worthülsen, blieb in der Realität wenig.
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In den 70er und 80er Jahren kamen zahlreiche Vietnames:innen als Vertragsarbeitnehmer:innen in die DDR.Wie war ihre Lebenssituation in Vietnam? Welche Vorstellungen hatten sie von der DDR und den Deutschen? Wie erlebten sie die Wendezeit, als plötzlich alles ungewiss war? Warum entschieden sie sich, hier zu bleiben, und wie sehen sie ihre Perspektive heute? Ehemalige vietnamesische Gastarbeiter:innen erzählen ihre persönlichen Geschichten von ihrer Ankunft in Rostock bis in die Gegenwart.
Veranstalter*innen: Heinrich-Böll-Stiftung MV & Diên Hông
Hoyerswerda, Rostock, Mölln, Solingen – diese vier Städtenamen wurden zu Synonymen für rechtsextreme Gewalt Anfang der 90er Jahre. Anlass für ein Kolloquium, das den jeweiligen Forschungsstand zu den rassistischen Gewaltexzessen der 90er beleuchten und der Frage nachgehen will, wie die Auseinandersetzungen darum auf kommunaler Ebene geführt wurden und bis heute werden. Welche Leerstellen gibt es, was sind gute Ansätze in der Gedenk- und Erinnerungspolitik?
Veranstalter*innen: Heinrich-Böll-Stiftung MV, Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften und Historisches Institut an der Universität Rostock, Landeszentrale für politische Bildung MV
Wegschauen und schweigen oder aufstehen und Meinung sagen? Mit unserem Chorprojekt entscheiden wir uns, Haltung zu zeigen! Und folgen damit dem diesjährigen Motto der internationalen Wochen gegen Rassismus. 30 Jahre nach dem Pogrom von Lichtenhagen möchten wir mit Gesang und Musik ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Rassismus und Gewalt setzen. Ab dem 16.05.2022 wöchentlich.
Veranstalter*innen: Diên Hông
Referent*innen: Stephan Brauer
„Wer nicht rassistisch sein möchte, muss sich mit Rassismus auseinandersetzen, darüber sprechen und aktiv werden. Niemand muss sich rechtfertigen, dass er oder sie rassistisch denkt und handelt, sondern nur, wenn sie oder er nichts daran ändert.“, so Aladin El-Mafaalani. Seine Veröffentlichung „Wozu Rassismus“ aus dem Jahr 2021 lädt zur Auseinandersetzung mit dem Phänomen Rassismus ein.
Anmeldung: Bis zum 20.08.2022
Veranstalter*innen: Evangelische Akademie der Nordkirche und Regionalzentrum für demokratische Kultur LK und Hansestadt Rostock, Universität Rostock, migra e.V.
Referent*innen: Prof. Dr. A. El-Mafaalani
10 Uhr Rostock - Rathaus, Neuer Markt
11 Uhr Schwerin - Innenministerium, Pfaffenteich Südufer
14 Uhr Horst - Aufnahmelager, Nostorfer Straße 1
Solidarität und Widerstand
Wo es Rassismus gibt, gibt es Widerstände. Menschen wehren sich gegen Unterdrückung, aus Sehnsucht nach Freiheit und aus Solidarität. Wir verfolgen die Spuren des Widerstands gegen gewalttätigen und institutionellen Rassismus durch 30 Jahre Geschichte in Mecklenburg-Vorpommern: Die Solidarität der jüdischen Aktivist:innen im Oktober 1992, die Bleiberechtskämpfe der vietnamesischen Vertragsarbeiter:innen Ende der 1990er in Schwerin, die Proteste von Asylsuchenden in Nostorf-Horst in den 2000ern.
Wir machen am 21. August gemeinsam Widerstände sichtbar!
Wir werden laut gegen Rassismus!
Veranstalter*innen: Pro Bleiberecht MV
An die rassistische Gewalt im August 1992 in Rostock-Lichtenhagen erinnert seit 2017 das Denkmal „Gestern Heute Morgen“. Entlang der sechs Gedenkorte setzen wir uns mit den Perspektiven und dem Handeln der historischen Akteur*innen auseinander; diskutieren, wie es zum Pogrom kommen konnte und welche Auswirkungen dieses Kapitel der Rostocker Stadtgeschichte bis heute hat. Wir beschäftigen uns uns mit der gegenwärtigen Erinnerungskultur und kommen darüber ins Gespräch, wie ein angemessener gesellschaftlicher Umgang mit dem Ereignis aussehen sollte. Der Stadtrundgang ist interaktiv gestaltet und bezieht historische Originaldokumente ein.
Veranstalter*innen: Soziale Bildung e.V.
Referent*innen: Mitarbeitende von SoBi
Anmeldung & mehr Infos unter: lichtenhagenarchiv@soziale-bildung.org
Lichtenhagen – 50 Jahre ist der 1. Spatenstich her. Grund genug, über Erlebnisse, Erinnerungen und Zukunftswünsche zu sprechen.
Die einzelnen Gesprächskreise haben verschiedene Schwerpunkte. Beleuchtet wird das Zusammenleben der Menschen im Stadtteil von der Entstehung bis heute. So geht es um die ersten Jahre des Stadtteils, um die Ereignisse von 1992 und wie sie bis heute auf den Stadtteil und seine Bewohner*innen wirken, aber auch um Zukunftswünsche und Fragen der Identifikation mit Rostock-Lichtenhagen.
In einer Art Kreativwerkstatt können sich die Teilnehmenden in unterschiedlicher Weise einbringen und wir beleuchten gemeinsam das Zusammenleben der Menschen im Stadtteil von der Entstehung bis heute.
Veranstalter*innen: Diên Hông e.V
Anmeldung: Anmeldungen auf Wunsch per E-Mail an: bildung@dienhong.de
Wegschauen und schweigen oder aufstehen und Meinung sagen? Mit unserem Chorprojekt entscheiden wir uns, Haltung zu zeigen! Und folgen damit dem diesjährigen Motto der internationalen Wochen gegen Rassismus.
Dieses Chorprojekt verbindet Erinnern und Reflexion mit der Entwicklung gemeinsamer Perspektiven auf ein Zusammenleben in Vielfalt. Fragen zum Thema solidarisches Miteinander und Teilhabe versus Ausgrenzung und Spaltung regen zu einem Perspektivwechsel und zum Hinterfragen der eigenen Haltung an.
Ein Chor aus Jugendlichen und Erwachsenen mit unterschiedlichen kulturellen, sprachlichen und persönlichen Hintergründen wird sich von Mai bis Oktober 2022 regelmäßig treffen, um unter Anleitung ein eigenes Repertoire zu entwickeln und einzustudieren.
Die künstlerische Leitung und Moderation liegt in den Händen des Choreographen und Regisseur Stephan Brauer.
Laufender Einstieg möglich!
Chorproben finden immer montags von 17:00 bis 18:30 Uhr statt.
Veranstalter*innen: Diên Hông
Referent*innen: Stephan Brauer
Anmeldung: Keine
An die rassistische Gewalt im August 1992 in Rostock-Lichtenhagen erinnert seit 2017 das Denkmal „Gestern Heute Morgen“. Entlang der sechs Gedenkorte setzen wir uns mit den Perspektiven und dem Handeln der historischen Akteur*innen auseinander; diskutieren, wie es zum Pogrom kommen konnte und welche Auswirkungen dieses Kapitel der Rostocker Stadtgeschichte bis heute hat. Wir beschäftigen uns mit der gegenwärtigen Erinnerungskultur und kommen darüber ins Gespräch, wie ein angemessener gesellschaftlicher Umgang mit dem Ereignis aussehen sollte. Der Stadtrundgang ist interaktiv gestaltet und bezieht historische Originaldokumente ein.
Veranstalter*innen: Soziale Bildung e.V.
Anmeldung & mehr Infos unter: lichtenhagenarchiv@soziale-bildung.org
