Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992.

Ende 2021 haben sich zivilgesellschaftliche Gruppen, Vereine und Initiativen zusammengeschlossen, um gemeinsam an das rassistische Pogrom in Rostock-Lichtenhagen zu erinnern. Zusammen sind wir das Bündnis „Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992“. Zusammen erinnern wir an das Pogrom in Lichtenhagen. Erinnern heißt verändern!

2022 haben wir ein Jahr des Gedenkens organisiert. Gemeinsam haben wir Todesopfern rechter Gewalt in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern gedacht und an die Kontinuitäten des Rassismus erinnert. Teil des Gedenkjahrs waren Ausstellungen, Vorträge, Workshops und Kundgebungen. Hier gibt es eine Videodokumentation zu verschiedenen Veranstaltungen.

Am 27. August 2022 fand unsere bundesweite Demo statt. Schaut euch hier das Demovideo an:

Warum dieses Bündnis?

Unser Bündnis hat sich gegründet, um das Gedenken an das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen 1992  zu gestalten. Das Bündnis bündelt Erfahrungen aus 30 Jahren des Gedenkens an das Pogrom.

Allen Beteiligten ist daran gelegen, aus dem Pogrom und dem was davon bis heute fortwirkt, zu lernen und Rassismus in jeder Form entgegen zu treten und ihn zu überwinden. Die Bündnispartner:innen teilen die Überzeugung, dass Rassismus damals wie heute ein gesamtgesellschaftliches Problem ist: von Anschlägen und Attentaten über rassistische Gesetze und institutionellen Rassismus bis hin zu individuellen Einstellungen.

Das Pogrom in Lichtenhagen war kein Einzelfall. Es steht im Kontext von rechter und rassistischer Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern. Deswegen erinnern wir auch an weitere Fälle von rassistischer Gewalt in MV, wie z.B. den Morden an Dragomir Christinel und Mehmet Turgut.

Als Bündnis verbindet uns das gemeinsame Positionspapier und die Erkenntnis, dass kritisches Gedenken auch die politische Gegenwart in den Blick nehmen muss. Oder, wie die Aktivist:innen aus Hanau es anlässlich des zweiten Jahrestages des Anschlages formuliert haben: „Erinnern heißt verändern!

Aktuelle Informationen zum Bündnis findet ihr auf dieser Seite und den folgenden Plattformen:

Instagram / Twitter / Facebook / Stadtgestalten

Bündnis-Mitglieder:

AliR
Allgemeines Syndikat Rostock der F.A.U.
Antifa United
AStA Uni Rostock
AWIRO e.V. / Solidarisches Wohnen OST 2500 eG
Bunt statt Braun e.V.
CSD Rostock e.V.
Diên Hông e.V.
Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“
Ende Gelände Rostock
Ev.-Luth. Innenstadtgemeinde Rostock
Initiative Dragomir Christinel
Initiative „Mord verjährt nicht“
Initiative Jugend spricht
Internationaler Fussball-Club Rostock e. V.
interventionistische Linke Rostock
JAZ e.V.
Klappe auf! vom RAA MV
Ladyfest Rostock
Libera MV
LOBBI Mecklenburg-Vorpommern
LOHRO
Migranet-MV
MigrantInnenrat der Hanse- und Universitätsstadt Rostock
Ökohaus e.V. / Team Asyl
Peter-Weiss-Haus e.V.
Pro Bleiberecht MV
Randale Rostock
Rock gegen Rechts M-V e.V.
Rosa-Luxemburg-Stiftung MV
Rostock for Future
Rostock hilft e.V.
Rostock nazifrei
Rote Hilfe Rostock
Schwarz-Rote Hilfe Rostock
SJD – Die Falken Rostock & Mecklenburg-Vorpommern
Soziale Bildung e.V.
verdi.Nord
Verein der Freunde und Förderer des Max-Samuel-Hauses e.V.
VVN-BdA MV
Women in Exil MV

Beiträge

5.000 Menschen demonstrieren in Rostock für antirassistische Politik

 folgende Pressemitteilung haben wir zur Demo veröffentlicht „Erinnern heißt verändern“ – 5.000 Menschen demonstrieren in Rostock für antirassistische Politik 27. August 2022.Rostock-Lichtenhagen. Am heutigen Samstag demonstrierten 5.000 Menschen in unter dem Motto „Erinnern heißt verändern“ anlässlich des Gedenkens an das Pogrom in Lichtenhagen 1992 in Rostock für eine antirassistische Politik. Die Demonstration wurde vom Bündnis […]

Demoroute und Kundgebungen

Eine Karte unserer Demoroute findet ihr hier: Morgen findet unsere bundesweite Demo „Erinnern heitß verändern“ statt. Es wird 5 Kundgebungen während der Demo geben: die Auftakt-Kundgebung in der Nähe der S-Bahnhaltestelle Lichtenhaben, 3 Zwischenkundgebungen entlang der Demoroute und die Abschluss-Kundgebung beim „Sonnenblumenhaus“. Jede Kundgbeung hat ein Thema, hier haben wir nochmal alle Kundgebungen zusammengefasst: Auftakt-Kundgebung […]

Bericht zum Besuch vom Izabela Tiberiade

Am 24.08.22 fand im Peter-Weiss-Haus, organisiert vom Lichtenhagen Archiv und dem Roma Center eine wichtige Veranstaltung statt. Zum ersten Mal hörten wir in Rostock Stimmen von ehemaligen Bewohner:innen der ZASt. 30 Jahre nach dem Pogrom. Es sprach dort Izabela Tiberiade. Sie führte in diesem Jahr im südrumänischen Craiova Interviews mit Zeug:innen der gadje-rassistischen Gewalt in […]

Kundgebungstour

Am 21.08. haben wir den ganzen Tag fleißig getwittert, um euch an der Kundgebungstour von Pro Bleiberecht und der il.Rostock teilhaben zu lasssen. Lest nochmal im Detail hier nach.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe statt teurer PR-Besuche!

Gedenkbündnis kritisiert Alleingang der Universitäts- und Hansestadt Rostock anlässlich des Lichtenhagen-Gedenkens Das Bündnis „Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992“ sieht die aktuelle Vorgehensweise der Hansestadt hinsichtlich einer Einladung an den Bundespräsidenten anlässlich des Gedenkens an das Pogrom kritisch. Es fordert, zivilgesellschaftliche Perspektiven in den Fokus zu stellen und politische Konsequenzen aus dem Gedenken an das […]

München erinnern.

Am 22. Juli fand in Rostock eine Kundgebung statt, um an die rechten Anschläge auf Utøya und in München zu erinnern. Die beiden Jugendorganisationen Falken und Jusos hatten sie organisiert, denn die Opfer der Anschläge waren fast alle Jugendliche. Das Gedenk-Bündnis hat die Veranstaltung unterstützt. Hier ein Rückblick.

Redebeitrag in Güstrow

Am 16. Juli fand in Güstrow die Demo des Bündnis „Ihr seid keine Sicherheit“ unter dem Motto „Wir sind 25.000 – Rechte Netzwerke in Justiz, Polizei und Militär zerschlagen!“ in Güstrow statt. Das Bündnis hat dort einen Redebeitrag gehalten, den ihr hier nachlesen könnt.

In Gedenken an Grigore Velcu und Eudache Calderar

Vor dreißig Jahren, am 29. Juni 1992, wurden Grigore Velcu und Eudache Calderar in Nadrensee beim Grenzübertritt von Jägern erschossen. Beide kamen aus Rumänien, Grigore Velcu aus Alba Iulia, Eudache Calderar aus Craiova. Bis heute sind ihre Tode Verdachtsfälle tödlicher rechter Gewalt.

Kommentar zur Sendung NDR Die Narbe

Kommentar zur NDR Sendung „Die Narbe“

In dem Format „Die Narbe“ des NDR ist gestern eine Folge zum Pogrom in Rostock-Lichtenhagen 1992 erschienen. In diesem berichtet auch einer der im Sonnenblumenhaus angegriffenen Vietnames:innen, Hung Qouc Nguyen, erstmals über sein Erleben des Pogroms und der Selbstrettung aus dem brennenden Haus am 24. August 1992.

Rostock Lichtenhagen - Was damals geschah

Rostock Lichtenhagen – Was damals geschah

Rostock-Lichtenhagen und das Sonnenblumenhaus Der Stadtteil von Rostock und speziell das als Sonnenblumenhaus bekannte Gebäude wurde in den Tagen zwischen dem 22. und 24. August 1992 zu einem bitteren Symbol für die massive rechte und rassistische Gewalt in Deutschland in den 90er Jahren. Im Sonnenblumenhaus befanden sich zu dem Zeitpunkt ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische […]